Seit 100 Tagen darf ich als Mitglied des Marktgemeinderats Oberthulba mitwirken. Trotz Corona und vermeintlicher Stille hat sich in dieser Zeit so einiges getan. Heute will ich mir daher die Zeit nehmen und einige Dinge aus persönlicher Sicht schildern:

Allgemeiner Umgang & Arbeit

Die Arbeit im Gremium kann ich nur als rundum positiv bewerten. Es herrscht freundliche Stimmung und die Diskussionskultur ist offen. Auch wenn es bei so manchen Themen unterschiedliche Standpunkte gibt, bleibt die Diskussion sachlich. Man hat wirklich das Gefühl, dass alle Kolleginnen und Kollegen unsere Marktgemeinde in den Vordergrund der Arbeit stellen.

Auch mit unserem neuen Bürgermeister Mario Götz ist es ein sehr angenehmes Klima. Er nimmt sich insbesondere auch einmal die Zeit für ein intensives Einzelgespräch. Ich bewundere ehrlicherweise die Energie und Intensität mit der Mario seine Arbeit ausführt. Er ist dabei durchaus auch für neue und alte Ideen aufgeschlossen.

Der Austausch mit der Verwaltung ist ebenso kollegial und vieles kann auf dem kurzen Dienstweg geklärt werden.

Verbesserte Mediennutzung

Die Verbesserung der (vor allem digitalen) Bürgerinformation war und ist eines meiner Hauptanliegen. Viele fragen sich (und mich), warum ich meinen Blog (www.danielbahn.de) nicht mehr mit kommunalpolitischen Themen seit meinem Amtsantritt bediene. Der Hintergrund ist ganz einfach: Wenn man möchte, dass die amtliche Information verbessert wird, ist es kontraproduktiv in Konkurrenz zum Wirken im Rathaus zu gehen. Erklärtes Ziel ist es, die vorhandenen Mittel besser zu nutzen und bestenfalls in den sozialen Medien neue Wege einzuschlagen und das eben aus dem Rathaus selbst.

Das Bürgerinfoportal wurde bisher lediglich für Bekanntmachungen der Tagesordnung sowie zur Veröffentlichung der genehmigten Sitzungsprotokolle verwendet. Im Vieraugengespräch mit dem Bürgermeister habe ich vorgeschlagen nun auch die Sitzungspräsentationen und das Begleitmaterial dort für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich zu machen. Mario hatte hier ein offenes Ohr und möchte ohnehin einmal die ganze Öffentlichkeitsarbeit überdenken.

Leider ist mein Anliegen mit einem -aus meiner Sicht etwas zu einfachen- Hinweis auf den Datenschutz zunächst nicht umgesetzt worden. Allerdings sehe ich es als deutlichen Wählerauftrag an mich, hier am Ball zu bleiben. Das werde ich auch und ich arbeite die Sach- und Rechtslage aktuell sauber auf, um das ganze erneut auf die Agenda zu bringen. Das bin ich mir und vor allem Euch schuldig!

Soziale Medien

Die Facebook-Seite Leben im Markt Oberthulba betreibe ich weiter und teile dort allerlei Inhalte rund um den Markt Oberthulba. Der Zuspruch hier ist ungebrochen. Auch mein Gemeinderatskollege Julian Ziegler hat sich angeboten, hier mitzuhelfen. Nach einer ersten Besprechung zum Thema mit dem Bürgermeister denkt er darüber nach hier selbst aktiv zu werden. Das wäre die Optimallösung, weshalb ich mit Fortentwicklungen die weiteren Pläne hier abwarten will. Ob und wie das in Angriff genommen werden soll, wird natürlich im Gemeinderat diskutiert. Hier will ich nichts vorwegnehmen.

Aus diesem Grund habe ich angeboten den Account „Leben im Markt Oberthulba“ vollständig dazu zur Verfügung zu stellen. Egal wie wir es organisatorisch und technisch lösen werden, soll es natürlich nur noch die offizielle Informationsseite geben, über welche gebündelt wie bisher die lokale Öffentlichkeitsarbeit läuft.

Viele übrige Themen

Weiterhin stehen natürlich viele interessante Themen auf dem Plan. Man kann sich aber intensiv nicht mit allem auseinandersetzen. Am einfachsten sind ganz praktische Dinge: Etwa die Wanderkarte am Dorfplatz Wittershausen zu erneuern. Hier will ich mit dem Obst- und Gartenbauverein tätig werden. Die (finanzielle) Unterstützung durch die Verwaltung wurde schon signalisiert.

Beim Thema Ganztagsschule und Mittagsbetreuung gibt es in Oberthulba Nachholbedarf. Hier habe ich schon einige Gespräche mit Eltern geführt und mich mit den Hintergründen auseinandergesetzt. Auch an diesem Thema werde ich dranbleiben, allerdings brauche ich noch etwas Zeit, um mich besser über Möglichkeiten und Förderungen zu informieren. Denn hier verlasse ich mich einfach gerne auf handfestes Wissen und das ist nicht gerade mein originärer Fachbereich.

Auch mit neuen Baumöglichkeiten muss man sich künftig auseinandersetzen, nicht nur Wohnbebauung, sondern auch Gewerbe, Industrie und Dinge wie Freiflächen-Photovoltaik. Interessante Gebiete, die man nicht übers Knie brechen sollte, sondern informiert bewerten muss.

Gleiches gilt für die Mobilität: Es sind neue Konzepte denkbar, aber die müssen natürlich Hand und Fuß haben. Eine große Hoffnung, auf die ich dabei gebaut hatte, war das Carsharing-Konzept mit einem 9-Sitzer. Das ist aktuell mangels Interesse der Firmen als Werbepartner im Markt Oberthulba jedoch gescheitert. Man wird also prüfen müssen, ob Alternativen für eine Art Bürgerbus in Frage kommen.

Was mir fehlt

Trotz vieler Begegnungen im Alltag, häufigem Kontakt mit Euch per WhatsApp und Telefon und auch dem ein oder anderen persönlichen Termin explizit zu Einzelthemen fehlt mir der normale Kontakt. Es braucht einfach unsere ländliche Kultur, die sich eben auch in Festen und Feiern ausdrückt. Hier werden häufig Themen deutlicher diskutiert als in der Bürgerversammlung, und auch die konnten ja aktuell nicht stattfinden. Ich wünsche mir einfach, dass das wieder möglich wird und wir gemeinsam bei Bier und Wurst beisammen sind!

In diesem Sinne, auf die nächsten 2.091 Tage Marktgemeinderat! 😉
Ich werde weiterhin in regelmäßigen Abständen auf diese persönliche Weise informieren.

Viele Grüße aus Wittershausen
Daniel Bahn

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