Bürgermeister und Verwaltung stehen hinter der Tradition der Maibaumaufstellung:

„Das Aufstellen von Bäumen zu besonderen Anlässen hat eine lange Tradition. Sie ist wesentlicher Bestandteil unserer fränkischen Kultur. Dieses Brauchtum soll auch weiterhin erhalten werden.“

Mit diesen Worten beginnt das nun herausgegebene Merkblatt der Gemeindeverwaltung zur Aufstellung von Traditionsbäumen. In Zeiten von immer stärkerer Regulierung von Brauchtümern und Festen ist dieses Bekenntnis ein schönes und wertvolles Zeichen.

Auslöser

Viele Kommunen und Vereine sorgen sich dieses Jahr besonders um die Problematik beim Aufstellen der Maibäume. Was war also passiert?

Ganz konkret ging es im letzten Jahr um ein Unglück in Treuchtlingen: Ca. 45 min nachdem der dortige Baum aufgestellt war, ist durch eine Windböe die Spitze abgebrochen und traf eine Frau. Diese ist trotz aller sofortigen Hilfsmaßnahmen an den schweren Verletzungen verstorben.
Dieses tragische Unglück löste neben dem großen menschlichen Leid vor Ort auch entsprechende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft aus. Entgegen vieler Stammtischstimmen, ist das der ganz reguläre Hergang und zur juristischen Aufarbeitung völlig normal und notwendig.

Diese Ermittlungen wurden im Oktober 2018 dann eingestellt, denn ein Gutachter stellte fest, dass der Baum mit einem seltenen Pilz an einer ungewöhnlichen Stelle befallen gewesen sei und bei Lagerung und Aufstellung des Baumes konnte diese verminderte Festigkeit des Stammes nicht bemerkt werden. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft handelte es sich um einen „nicht vermeidbaren Unglücksfall, bei dem mehrere äußerst unwahrscheinliche Umstände zusammengetroffen sind“.

Unterschiede

In der Region des Unglücks werden zunächst keine Birken, sondern Zunftbäume aus Weichholz aufgestellt. Zudem wird hier die Spitze in der Regel mit verschiedenem Schmuck (Ringen, etc.) versehen. Auch die Höhe der Bäume mit meist deutlich über 20 Metern kann mit unseren lokalen Birken eher weniger verglichen werden.

Dennoch Vorsicht geboten

Auch wenn es sich nicht um vergleichbare Vorgänge handelt, hat das Unglück ganz Bayern aufgeschreckt und viele überdachten die bisher gängige Praxis. Es handelt sich eben nicht um ein risikoloses Ereignis und das sollte jedem stets bewusst sein. Somit ist auch das Merkblatt der Gemeinde eine sinnvolle Sensibilisierung.

Neben diesen Grundregeln sollte jeder Verantwortliche spätestens dieses Jahr darauf bedacht sein, eine entsprechende Haftpflichtversicherung abzuschließen. Die Versicherungskammer Bayern bietet etwa hier entsprechenden Schutz an, der nach meinen Recherchen rund 200 € kostet. Denn wie die Tragödie in Treuchtlingen gezeigt hat, kann selbst bei bester Arbeit der Beteiligten ein solches Ereignis nie ausgeschlossen werden.

Zuletzt wünsche ich dennoch allen Verantwortlichen, Vereinen, Helfern und Besuchern ein glückliches Händchen beim Maibaumaufstellen und freue mich ebenfalls wieder dabei zu sein.

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