Nachdem ich vor längerer Zeit bereits die Einwohnerzahlen und deren Entwicklung detailliert ausgewertet hatte, habe ich die neuen Zahlen für den 31.12.2018 von der Gemeinde-Homepage für eine erneute Betrachtung zum Anlass genommen.

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Betrachtet werden freilich bloß die Hauptwohnungen, denn die Nebenwohnungen sind erstens in der Realität häufig nicht wirklich genutzt (oft meinen Leute damit einen steuerlichen Vorteil im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung geltend machen zu können). Zweitens zählen auch in den Gesetzen und amtlichen Werken, die an die Einwohnerzahl anknüpfen, fast immer nur die Hauptwohnsitze.

Allgemeiner Trend

Zunächst ist eine Abnahme von 17 Personen zu erkennen. Vergleicht man dies nun aber mit 2016 (5.053), ergibt sich immer noch ein leichtes Plus.

Zwei Faktoren verfälschen diese Zahlen allerdings: Zum einen haben wir in #Oberthulba glücklicherweise ein Seniorenheim. Das sorgt jedoch mit mehr Zuzügen, aber auch mehr Sterbefällen für eine Statistikänderung. Zum anderen leben in unserer Gemeinde (Oberthulba und #Hassenbach) auch eine mir derzeit nicht bekannte Anzahl an Geflüchteten, die ebenfalls mit mehr Fluktuation in die Zahlen eingerechnet sind.

Um einmal klar zu machen, was die beiden Ortsteile ausmachen, habe ich die Zahlen der restlichen sechs gesondert erfasst. Während sich bei der Gesamtbetrachtung ein Rückgang von 0,3 % ergibt, wachsen die „statistisch unbefleckten“ Orte um 0,2 % (ohne die Berücksichtigung von Umzügen innerhalb der Ortsteile).

Rechnet man also alle unnatürlichen Beeinflussungen aus den Zahlen raus, bleibt wahrscheinlich eine Stagnation der Bevölkerung stehen. Und das ist gut! Denn wir hatten zuvor mit einem deutlichen Abwärtstrend zu kämpfen.

Natürliche Veränderung

Abgesehen von Zu- und Wegzügen, ergibt sich aus der Geburten und Sterberate ganz natürlich der Bevölkerungstrend. Sterben mehr als geboren werden, sinkt nicht nur der Stand, sondern die Bevölkerung wird auch in ihrer Masse älter. Dieser Effekt verstärkt sich dann mit den Jahren von selbst, sofern kein vermehrter Zuzug junger Menschen erfolgt.

Auch hier sieht die Gesamtbilanz mit 43 Geburten zu 55 Sterbefällen zunächst düster aus. Es kommen nur 78 % der verstorbenen nach.
Nimmt man wegen des Seniorenheims nun Oberthulba aus den Zahlen, ergeben sich 27 Geburten zu 30 Sterbefällen. Damit verbleibt „nur“ eine Minderung von 10 %. Nicht gut, aber wesentlich besser!

Fazit

Die Bevölkerung im Markt Oberthulba bleibt derzeit relativ konstant. So wie vielen Gemeinden droht uns aber in Zukunft die Überalterung, weil das Verhältnis von Geburten zu Sterbefällen negativ ist.

Es muss also durch gute Familien- und Baupolitik künftig dieses Verhältnis verbessert werden und bestenfalls mit dem Zuzug junger Familien von außerhalb ein minimales Wachstum erfolgen.

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3 Comments

  1. Das Fazit trifft es auf dem Kopf, allerdings sollte man noch erwähnen, dass es so gut wie KEINE Bauplätze in Oberthulba gibt und ein Neubaugebiet derzeit noch in den Sternen steht. Andere Gemeinde (z.B. Burkardroth) haben auch mit Bevölkerungsschwund zu kämpfen, tun aber aktiv etwas dagegen indem neue Baugebiete erschlossen werden.

    1+
    M.
    1. Hallo M.,

      vielen Dank für den Kommentar!

      Das ist korrekt, im Gemeindezentrum Oberthulba ist man mit der Erschließung von Bebauungsmöglichkeiten ordentlich ins Hintertreffen geraten. Aktuell versucht man im Baugebiet „Quelle“ neue Bauplätze zu schaffen. Mit der Baulandsituation habe ich mich bereits in diesem Artikel auseinandergesetzt:
      http://www.inOberthulba.de/2018/05/13/baulandentwicklung-im-markt-oberthulba/

      Viele Grüße aus Wittershausen
      Daniel Bahn

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      Daniel Bahn
  2. Pingback: Statistik und Auflösung des dritten Markt-Oberthulba-Quiz - inOberthulba

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