Ergebnisse 23. Sitzung des Marktgemeinderats

In der 23. #Sitzung wurden mit #Jugend, Verpachtung im Jagdbogen Oberthulba-Nord und dem weiteren Vorgehen in Sachen #Jedicke-Areal wichtige aktuelle Themen vom #Gemeinderat besprochen.

Vorstellung Jugendbetreuerin

Die Jugendbetreuerin Ina Hiller stellte sich dem Gemeinderat offiziell vor und ging auf die durchgeführte Jugendbefragung ein: Von 395 versandten Bögen gab es einen Rücklauf von 60. Die 15% seien im Gegensatz zu anderen Kommunen als positiv zu werten, denn dort gab es nur um die 7% Beteiligung.

Bisher wurden die Jugendtreffs begutachtet und auch die Teilnahme an der U18-Wahl wurde bereits mit 51 jugendlichen Wählerinnen und Wählern durchgeführt.

Künftig stellt sich Ina Hiller vor, vermehrt Jugendliche zu den vorhandenen Jugendräumen einzuladen und unter Betreuung dort ihre Arbeit voran zu treiben. Schwerpunkte sind dabei zunächst #Oberthulba und #Thulba. Dort sollen der Container reaktiviert werden bzw. Räume im Probsteikeller oder dem Alten Pförtnerhaus geschaffen werden.

2019 soll es zudem erstmals eine Jugend-Bürgerversammlung geben und neue Freizeitangebote geschaffen werden.

Jugendbeauftragter Torsten Büchner merkte an, dass in #Frankenbrunn, #Hassenbach und #Wittershausen die Treffpunkte gut organisiert seien und evtl. noch in #Schlimpfhof Handlungsbedarf herrscht.

Anmerkung:

Das Wichtigste: Es passiert etwas!

Ich kann nur für die Ortsteile Frankenbrunn und Wittershausen sprechen, in denen die Gruppen nach eigener Auskunft bereits recht gut organisiert und zufrieden sind. Probleme sind hier auch selten zu hören, da braucht es keine intensive Betreuung. In Oberthulba und Thulba ist ein neuer Ansatz sicherlich nicht schlecht.

Wünschen würde ich mir, dass gerade im Bereich Kommunalpolitik vermehrt die Jugendlichen einbezogen werden und die geplante Bürgerversammlung ist ein Schritt in diese Richtung. Man will mit 17 Jahren ernst genommen werden und viele in diesem Alter tragen mehr zur Gemeinschaft bei als ältere. Nicht zuletzt werden sie bereits bei der #Wahl2020 Erstwähler sein.

Für eine Bewertung der neuen Jugendarbeit ist es freilich viel zu früh, es ging ja erst vor kurzem los.

Jagdbogen Oberthulba-Nord

Herr Zürner vom AELF und Herr Donislreiter von der Unteren Jagdbehörde nahmen zum Verbiss im Revier Oberthulba-Nord Stellung und untermauerten in weiten Teilen die nicht tragfähigen Verbissschäden durch das Rotwild. Dies bestätigten erneut Herr Wolf und Herr Uffelmann vom Forstbetrieb.

Nachdem die Gemeinde bereits einen Alleingang in der Bejagung angerissen hatte, gibt es nun doch einen Kompromiss, der nach Angabe von Bürgermeister Gotthard Schlereth mit den örtlichen Jagdgenossen besprochen bzw. verhandelt wurde: Die gemeindliche Waldfläche soll ab April 2019 zum Großteil (ca. 380 ha) in Eigenregie bejagt werden. Bei dieser Form hat die Kommune wesentlichen Einfluss auf die Jagd und bestellt die Jäger letztlich mit einem Dienstvertrag.

Für das künftige Gemeinschaftsjagdrevier werden rund 85 ha Wald zur Verfügung gestellt in Form eines Waldrandstreifens von ca. 200 m und einem größeren Stück im Westen des Waldabteils. Damit soll die Verpachtung durch die Jagdgenossen erleichtert werden.

Es wurden weitere Details, wie die Schaffung neuer Äsungsflächen, dem sog. „körperlichen Nachweis“ und die Pachtmodalitäten, besprochen. Der Gemeinderat stimmte dem Vorschlag, der in der Region bisher einzigartig ist, ohne Gegenstimme zu.

Schlereth teilte das weitere Vorgehen mit und wies darauf hin, dass künftig für die Anmeldung von Wildschäden eine Bearbeitungspauschale von 50 € ggf. zuzüglich weiterer Kosten fällig werde.

Anmerkung:

Ohne die Hintergründe der Verhandlungen mit den Jagdgenossen zu kennen, ist dies zumindest ein Kompromiss, statt eines Alleingangs. Es wird sich zeigen, wie weit die Aufsplittung funktioniert und ob das Revier der Jagdgenossen auf Dauer einen Pächter finden kann.

Auch ich stehe hinter der Devise „Wald vor Wild“, aber die Gemeinde hat eben nicht nur die Verpflichtung zur Erhaltung des Kommunalwaldes, sondern muss auch eine verträgliche Lösung mit den anderen Beteiligten finden. Der Zuschnitt des Reviers scheint für mich als Laien gelungen. Man muss auch anerkennen, dass mit Forst- und Jagdfachmännern wie Revierförster Christoph Uffelmann sicherlich kompetente Leute an dem Konzept mitgearbeitet haben.

Kommunikation vor Eskalation sollte weiterhin die Devise des Handelns bleiben.

Bebauung Quellenstraße

Gezeigt wurde zunächst ein Schreiben vom Vertreter der Grundstückseigentümer-Gesellschaft Herrn Dr. Bose, in dem er mitteilt, dass die Planungen für das #Jedicke-Areal nun mit nur zwei Stockwerken plus Penthouse erfolgen sollen. Zudem soll es nur noch sechs Bauten geben. Damit wolle er den Einwänden der Anlieger aus der Bürgerversammlung zu diesem Thema Rechnung tragen.

Frank Sieg ist überrascht: Bis zuletzt hieß es seitens der Projektplaner, dass eine kleinere Planung des Vorhabens nicht rentabel sei. Nun fällt nicht nur jeweils ein Vollgeschoss weg, sondern zusätzlich ein ganzes Gebäude.
Gotthard Schlereth kommentierte das mit einem Augenzwinkern und sagte, das seien eben Bänker. Die beiden Bänker im Gemeinderat Mario Götz und Frank Mersdorf , die das Projekt bereits bisher befürwortet haben, sehen mit dem neuen Konzept den Knackpunkt der geplanten Bebauung in weiten Teilen als gelöst an.
Jürgen Weigand berichtete von „weit überwiegend“ positiven Stimmen zu dem Projekt, nachdem es in der Zeitung war.

Das Signal an die Eigentümer und Planer aus dem Gemeinderat hieß also: Die weitere Planung kann nun erfolgen.

Anmerkung:

Die Aussage von Frank Sieg ging mir zeitgleich durch den Kopf. Ich erinnere mich noch an das selbstbewusste Auftreten von consello und die fast unmögliche Umplanung. Jetzt geht das alles locker mit sechs Häusern, die zudem ein Geschoss weniger haben.
Ich denke, dass dann eben mehr in die Breite geplant werden wird. Man darf auf einen Entwurf gespannt sein. Vorher wage ich keine so positive Position zu beziehen, wie das bei einigen gestern schon der Fall war.

Die Forderung, dass künftig in den Entwürfen die Höhenlinien deutlich dargestellt werden sollen, halte ich für sehr sinnvoll.

Wo die „überwiegend positiven“ Stimmen zum Vorhaben herkamen, würde mich schon interessieren. Bereits vor der Bürgerversammlung habe ich überwiegend negative Stimmen der Bürger vernommen und die Gespräche, die ich danach geführt habe, waren zumeist noch deutlich skeptischer. Man sollte das weder schön noch schlecht reden, sondern tatsächlich konkrete Stimmen aus unserer Marktgemeinde und vor allem aus Oberthulba selbst anhören. Reden können ist nicht so viel wert wie zuhören können…

Förderprogramm zur Revitalisierung der Alt- und Innenorte

Das Förderprogramm gegen Leerstände wurde mit kleinen Anpassungen bis 2021 verlängert. Die Gebietskulisse bleibt unverändert und auch die Notwendigkeit eines mindestens zwölfmonatigen Leerstands und des Gebäudealters von mindestens 50 Jahren gibt es weiterhin.
Die Stundenzahl für die Bauberatung wird von fünf auf sieben Stunden erhöht und die Kinderzulagen werden nicht mehr auf drei Kinder beschränkt.

Anmerkung:

Das Programm unterstützt den wichtigen Gedanken der verdichteten Bebauung, denn es soll einen Anreiz zur Wiederbenutzung von Leerständen schaffen. Die Verlängerung war wichtig. Dennoch braucht es meines Erachtens mittelfristig ein (neues) Gesamtkonzept, um städtebaulich auf dem Laufenden zu bleiben und vor allem der vorliegenden Wachstumsbremse im Wohnungsmarkt entgegen zu treten.

Freizeitbusverkehr

Der Markt Oberthulba beteiligt sich an einer gemeinsamen Anfrage der Gemeinden Burkardroth und Wartmannsroth nach einer verbesserten Anbindung an den Freizeitbusverkehr. Damit soll vor allem die touristische Anbindung gefördert werden.

Anmerkung:

In Sachen #ÖPNV wird sich in Zukunft einiges tun müssen. Nicht nur um den Tourismus zu fördern, sondern vor allem um den ländlichen Raum konkurrenzfähig zu halten.
Der Antrag geht zaghaft in die richtige Richtung. Genauso zaghaft sind auch die Aussagen im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung.

Saalemusicum

Bei der Terminbesprechung des Saalemusicums war kein Vertreter aus Oberthulba vor Ort. Laut Auskunft von Tiemo Stürzenberger besteht diesmal weder vom Musikverein noch vom Gesangsverein Oberthulba eine Initiative zur Teilnahme.

Auf Vorschlag des Bürgermeisters sollen nun die Musikvereine in den Ortsteilen Frankenbrunn, #Hetzlos und Wittershausen auf die Möglichkeit hingewiesen werden.

Anschaffungen & Sonstiges

Für den aktuell zur Veräußerung stehenden Schlepper gibt es bereits eine Ersatzbeschaffung für den #Bauhof: Ein Fendt 210 S Vario wurde bei der BayWa bestellt.

Weiterhin gibt es eine neue Telefonanlage für das Rathaus und die Werkraumausstattung der #Schule wird erneuert.

Die Geschäftsordnung wurde angepasst und die Möglichkeit der Ladung zur Gemeinderatssitzung per E-Mail und Ratsinformationssystem sind nun auch im Markt Oberthulba möglich.

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