Gut informiert?! – Ergebnisse aus der Umfrage im Markt Oberthulba

Trotz Sommerferien, heißen Temperaturen und Urlaubszeit haben 56 Bürgerinnen und Bürger allen Ortsteilen an der #Umfrage zur Informationsgewinnung und -politik im Markt Oberthulba teilgenommen. Vielen Dank zunächst allen, die sich die Mühe gemacht haben und sich entsprechend beteiligt haben!

Allgemeines

Wie bisher habe ich auf ein authentifiziertes Verfahren verzichtet, allein schon um nicht in die Datenschutz-Hölle zu kommen. Damit sind natürlich auch Mehrfachabstimmungen theoretisch möglich, aber die Zeitstempel lassen vorliegend nicht darauf hindeuten. Zudem sind die Antworten recht unterschiedlich, also ist nicht zu vermuten, dass sich einzelne hier mehrfach betätigt haben.

Die Teilnehmer hatten ein Alter zwischen 22 und 65 Jahren und waren im Durchschnitt 39,1 Jahre alt (Median 37). Alle waren ihren Angaben nach Einwohner der Marktgemeinde, die sich wie folgt verteilen:

Man sieht also einen deutlichen Überschuss des Ortsteils Oberthulba. Am wenigsten vertreten sind Hassenbach, Hetzlos und Frankenbrunn. Aber die Orte sollen ja nicht einzeln betrachtet werden. Ich will lediglich unser Zentrum Oberthulba mit allen eingemeindeten Ortsteilen zusammen vergleichen, denn da gibt es recht eindeutige Tendenzen.

Verfügbare Medien

Zunächst sollte geklärt werden, welche Medien zur Informationsgewinnung genutzt werden:

  • 96,4% nutzen das Internet
  • 82,1% nutzen darüber hinaus soziale Netzwerke (z.B. Facebook)
  • 64,3% haben Zugriff auf eine Tageszeitung (online oder print)
  • 53,6% haben Zugriff auf das Amtsblatt der Marktgemeinde Oberthulba

Extra genannte wurden jeweils einmalig: „Kontakte in Vereinen und im Dorf“ sowie „Kontakt zu Marktgemeinderat“.

Gefühlte Situation

Zu beantworten galt es jeweils die Frage, wie gut man sich in den Bereichen Gesellschaft & Vereine, Aktivität des Gemeinderats, aktuelle Projekte & Investitionen sowie dem gesamten Ortsgeschehen informiert fühlt. (1 = schlecht informiert, 5 = sehr gut informiert)

Gesellschaftlich fühlt man sich tendenziell und über alle Ortsteile hinweg also eher etwas besser informiert. Über die Arbeit von Politik und Verwaltung fühlt man sich eher etwas weniger gut informiert. Auffällig ist jedoch die Tatsache, dass sich insbesondere bei den politischen Aktivitäten die Bürgerinnen und Bürger außerhalb von Oberthulba selbst wesentlich unglücklicher zeigen.

Bei der Frage nach der Schulnote für die Informationsarbeit aus dem Rathaus ergibt sich ein Gesamtschnitt von 3,63 (Oberthulba 3,17; übrige OT 4,08).

Interessen der Teilnehmer

Bei der Angabe, wie stark man sich für bestimmte Themen interessiert, lagen alle Ortsteile wieder auf sehr ähnlichem Niveau:

  • Interesse für gesellschaftliche Ereignisse: 4,0 von 5 (also recht großes Interesse)
  • Interesse für Kommunalpolitik: 3,79 von 5 (ebenfalls großes Interesse)

Für den Bereich der Gesellschaft beziehen dabei 75% ihre Infos über mündliche Kanäle, 68% nutzen soziale Medien und 61% das Internet im Allgemeinen als Quelle.Immerhin 50% schauen auch in die Vereinskästen.

Politisch informieren sich die Teilnehmer zu 64% auf Seiten wie diesen hier und im Übrigen zu 46% aus dem Amtsblatt und 42% aus der Lokalpresse. Die Internetseite des Rathauses nutzen nur 35% dafür.

Wünsche der Teilnehmer

Die Frage nach den bevorzugten Medien hat eine eindeutige Tendenz: 74% wünschen sich den verstärkten Einsatz der Internetseite des Rathauses. Auf direkte Information durch Anschreiben oder persönliche Ansprache legen ebenso wie auf das Amtsblatt 44% der Befragten Wert.

Was man konkret als Maßnahme in die Kommunikation aufnehmen sollte, was auch schnell deutlich: 79% wünschen sich eine kostenlose PDF-Version des Amtsblatts (eine kostenlose gedruckte Ausgabe sahen dagegen nur 29% als sinnvoll an). Genau Zweidrittel fänden einen Newsdienst per Mail oder WhatsApp sinnvoll und 54% würden die Nutzung sozialer Medien befürworten.

Anmerkungen aus der Umfrage

Es gab auch ein paar Anmerkungen in den Feldern:

  • „Ein frischer „jugendlicher“ Wind würde der Gemeinde und deren Öffentlichkeitsarbeit gut tun.“
  • „Informationen muss man sich manchmal an den verschiedenen Stellen zusammensuchen.“
  • „Bsp: Bürgerversammlung 2018 ! Wo finde ich den Termin?“ (Anm.: hier zum Beispiel 😉 )
  • „Ich fühle mich gut informiert“
  • „die Medien sind ausreichen, Homepage sollte intensiver genutzt werden“

Zusammenfassung

Die Ergebnisse sind natürlich schon allein durch die Art der Erhebung (online) gefärbt. Jemand, der sich ausschließlich ohne das Netz informiert konnte ich nicht erreichen. Allerdings sollte man sich hinsichtlich der Spreizung des Alters schon bewusst sein, dass die virtuelle Welt eine enorme Bedeutung in der Informationsgewinnung einnimmt. Diese Entwicklung wird sich sicherlich künftig fortsetzen.

Politisch fühlt man sich insbesondere in den einzelnen Ortsteilen um Oberthulba nicht wirklich gut informiert, aber auch im Zentrum selbst ist noch viel Luft nach oben. Aber auch die Informationsarbeit im Gesellschaftsleben kommt nicht immer so an, dass alle erreicht werden, die es gerne würden.

Das Interesse rund um Lokalgeschehen und Kommunalpolitik ist groß. Auch im Markt Oberthulba gibt es viele Einwohner, die intensiv die Entwicklungen mitverfolgen. Hier wünscht man sich aber in der heutigen Zeit näher am Geschehen zu sein und dass die modernen Kommunikationswege auch genutzt werden.

Meinung

Das Bild aus der Umfrage entspricht ziemlich genau dem, was ich erwartet hatte. Denn es drückt die Tendenz aus, die ich auch für mich selbst sehe: Wenn man sich selbst bemüht und hier und dort die Informationsmöglichkeiten abklappert, dann kann man sich über viele Dinge schlau machen und es entsteht sogar ein brauchbarer Gesamteindruck. Dazu muss man dann aber schon wirklich ständig dahinter sein.

Das versuche ich übrigens auf Facebook bei Leben im Markt Oberthulba entsprechend zusammenzuführen. Ich habe mir ein System entwickelt, mit dem ich in regelmäßigen Zeitabständen (teils automatisch, teils manuell) die Medien und Kanäle überprüfe und dann Inhalte mit Bezug zu unserer Heimat dort entsprechend teile. Für meines Erachtens interessante oder wichtige Dinge, für die ich keine hinreichende Berichterstattung finde, erstelle ich selbst hier einen Artikel und sorge so für Information.

Arbeit notwendig

Es hat mich auch nicht wirklich überrascht, dass es ein Ungleichgewicht zwischen Oberthulba und den anderen Ortsteilen gibt. Das Rathaus steht nunmal in Oberthulba (und da soll es freilich auch bleiben) und viele Bürger aus den Ortsteilen bekommen nur zur Bürgerversammlung entsprechend Einsicht. Das muss man dringend ändern, wenn man die eingemeindeten Orte gleichwertig behandeln will! Ideen dazu gab es schon vor 40 Jahren

Ein weiteres unterschätztes Phänomen ist die Einbindung von zugezogenen Bürgern. Viele wollen sich mehr und schneller in unsere Gesellschaft einbringen, tun sich allerdings sehr schwer. Auch das ist für mich ein Teil der Informationsarbeit, die die Kommunalpolitik leisten muss. Aber bei der aktuellen Bausituation wird es ohnehin nicht zu vielen Neubürgern kommen.

Ideen & Engagement gefragt

Mit der Informationsarbeit des Rathauses bin ich -ganz offen- unzufrieden. Bereits mit einer Neustrukturierung der Homepage und deren anschließender Nutzung könnte man leicht und kostengünstig den interessierten Bürgern viel mehr an die Hand geben. Einfaches Beispiel: Haushalt online stellen.
Über das politische Leben hinaus, wäre es bereits mit einem nutzbaren Veranstaltungskalender (nicht diesem Ding) und der Schaffung einer zentralen Plattform möglich, auch über gesellschaftliche Ereignisse aufzuklären.

Beide Punkte übernimmt derzeit zentral das Gemeindeblatt, das (natürlich mit entsprechend Verzögerung) die Informationen in die Haushalte bringen soll. Die Struktur der aktuellen Öffentlichkeitsarbeit umzukrempeln liegt dem Rathaus bereits insoweit fern, als dass man dort ganz offensichtlich mit der aktuellen Arbeit ganz zufrieden ist. Allerdings wäre es beispielsweise ein Anfang, das Amtsblatt als PDF-Abo kostenlos zur Verfügung zu stellen, wie es etwa die Gemeinde Nüdlingen macht. Von Sachen wie einem Newssystem braucht man derzeit nicht einmal zu träumen.

Ich persönlich wäre mit der Note 3,63 nicht zufrieden! Dies ist einer der Gründe, weshalb ich ab 2020 selbst ein politisches Mandat in unserer Marktgemeinde anstrebe. Bis dahin werde ich mir hier entsprechend Mühe geben, das Wichtigste für den Markt Oberthulba zusammen zu fassen. Ich verfolge dazu nicht nur intensiv das Geschehen hier, sondern sammle vor allem Eindrücke und Ideen von fortschrittlicheren Kommunen. Wir können mehr!

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