Ergebnisse 14. Sitzung des Marktgemeinderats

Für einen warmen Sommerabend war die letzte Sitzung des Gemeinderats recht lange und für den ersten Punkt gab es volle Besucherstühle. Es waren viele Vertreter des Schützenvereins Bavaria Thulba und des FC Frankonia Thulba gekommen, um sich über die Sanierung der #Thulbatalhalle in #Thulba zu informieren.

Thulbatalhalle

Zunächst machte man den bisherigen Verlauf der geplanten Sanierung klar und stellte detailliert bisherige Termine und den Schriftverkehr mit den beteiligten Vereinen und Personen dar. Dann zeigte der Architekt, Herr Philipp, seinen Entwurfsplan. Dieser gliedert sich in drei Bereiche:

  • Sanierung der bisherigen Halle
  • Anbau hinter der Halle
  • Neue Umfahrung der Halle

Kurz zusammengefasst soll der Bereich des Sportheims bis zu den Umkleiden unverändert bleiben. Die Zwischenräume und das Foyer der Halle sollen neu zugeschnitten werden, u.a. mit einer Schiedsrichterkabine. Der Bereich des Schützenheims wird ebenfalls neu gestaltet: So kommt ein neuer Zugang mit direktem Weg zur Halle und ein neuer Toilettenbereich hinzu. Die nun zehn Schießbahnen werden nach hinten verlagert und finden zum Teil Platz im neuen Anbau. Der Anbau im Nord-Westen soll zusätzliche Wirtschafts- und Lagerräume schaffen.
Durch den Anbau muss die Umfahrung nach hinten verlegt werden, was wegen der angrenzenden Steigung eine neue Hangabsicherung mit ca. 3,5 m Höhe notwendig macht.

Größte Herausforderungen sind die Brandschutzvorgaben und weitere Versammlungsauflagen, da die Halle zumindest rechnerisch auf eine Kapazität von 800 Personen basiert. Hier wird neben den passenden Fluchtwegen unter anderem auch eine Lüftungsanlage notwendig.

Die Kosten können in dieser Phase vom Architekten nur geschätzt werden. Hierzu werden Vergleichsprojekte aus der Vergangenheit herangezogen und die Kosten je Kubikmeter umbauten Raum ermittelt und dann hochgerechnet. Nach Anpassung um einen Index für die Preissteigerung (hier 10%) ergibt sich eine Schätzung von rund 2,5 Mio. Euro für die Baumaßnahme mit Umbau, Anbau und Außenarbeiten. Allerdings sei der Bausektor überhitzt und Schätzungen sind damit sehr unsicher. Vorgesehen waren im Haushalt 1,5 Mio. Euro.

Laut Bürgermeister Gotthard Schlereth soll die Alte Fuldaer Straße mittelfristig bis unten mit #Gas erschlossen werden und die Halle dann ebenfalls einen Anschluss erhalten. Diese Kosten seien jedoch nicht bei der Sanierung erfasst.

Wichtig sei es nun für Fördermöglichkeiten der Regierung den schulischen Bedarf abzuklären und einen vorzeigbaren Plan in Händen zu halten.

Der als Besucher anwesende Erste Vorsitzende des FC Thulba, Herr Dietmar Werner, erhielt das Wort zur Stellungnahme: Der Hallenbereich passe im Allgemeinen. Er fragte nach einer energetischen Sanierung des Sportheims in diesem Zug und nach Ersatz für die wegfallende Garage, die als Lagerraum benötigt werde.
Dämmarbeiten habe es nach Aussage des Bürgermeisters bereits gegeben. (Davon wusste Dietmar Werner aber nichts.) Das Sportheim sei im Übrigen Vereinssache, wie in den anderen Ortsteilen auch. Entscheidungen hätten Folgewirkung insbesondere für die #Mehrzweckhalle in #Oberthulba. Jürgen Kolb sagte, für die Garage könne man sicherlich noch eine Lösung finden.

Der Marktgemeinderat fasste den einstimmigen Beschluss, das Projekt nun anzugehen, da mit weiterer Verzögerung auch die Kosten stiegen.

Anmerkung:

Die Halle ist da. Man muss sich eben entscheiden, ob man sie künftig braucht. Wenn ja, ist die Sanierung notwendig. Wenn nein, muss auch eine Lösung her. Gebraucht wird sie wohl, da gibt es kaum andere Meinungen. Der gemachte Entwurf war plausibel und wer in der Zeitung verfolgt, was Hallensanierungen in anderen Kommunen kosten, wundert sich nicht über die angesetzten Kosten.

Ob eine Mitsanierung des Sportheims in der Maßnahme mitaufgenommen werden sollte, kann und will ich ohne Hintergrundwissen nicht einschätzen. Aber vielleicht findet man ja eine Lösung mit entsprechender finanzieller Beteiligung durch den Verein, die ohnehin nötig sein wird.

Interessant werden die Fördermöglichkeiten sein. Das hängt wohl auch maßgeblich davon ab, wie sehr man die schulische Nutzung der Halle den Entscheidern glaubhaft und deutlich machen kann.
Unabhängig davon sollte hier über die Option zur Umsatzsteuer nachgedacht werden. Denn es geht um etwa 400.000 € an Vorsteuern, die gegebenenfalls zumindest zu einem Teil erstattet werden würden. Ab 2021 tritt die Umsatzsteuerpflicht ohnehin ein.

Schön wäre es, wenn die Planungen der Öffentlichkeit (leicht) zugänglich gemacht würden (Aushang, Internet, Amtsblatt). Schließlich müssen die Bürger auch letztlich dafür zahlen und 2,5 Mio Euro sind schon eine Summe.

E-Autos am Marktplatz

Im Rahmen der Marktplatzerneuerung muss nun durch die Verwaltung ein Förderantrag für eine Ladesäule für Elektroautos bis spätestens 20.07.2018 gestellt werden, um eine Chance auf eine Förderung von maximal 50% zu erhalten. Die Installation wird mit 15.000 € geschätzt und die laufenden Kosten betragen ca. 800 € pro Jahr. Mindestbetriebsdauer sind sechs Jahre.

Die Rede ist zunächst von zwei Parkplätzen für E-Autos. Man einigt sich dann jedoch wie vorher geplant auf einen Parkplatz mit der Option einen zweiten zu schaffen.

Zudem wird nach Rückbaumöglichkeiten gefragt, was Schlereth jedoch für überflüssig hält, da Experten darin die Zukunft sähen.

Anmerkung:

Ich denke auch, dass in der jetzigen Situation ein Parkplatz für Elektroautos ausreichend ist. Einen Blick in die Zukunft wage ich da derzeit nicht, aber kurzfristig wird die überwiegend Zahl der Fahrzeuge konventioneller Art sein. Es wird vielen Ortsbürgern auch kaum zu vermitteln sein, wenn da zwei von den wenigen Parkplätzen für E-Autos reserviert sind und nur selten eines dort steht. Auf dem Tattersaalparkplatz in Bad Kissingen zumindest sind die Plätze häufig leer. Und in sechs Jahren sollte man dann wirklich schauen, wie sich das entwickelt hat.

PV-Anlage

Es gibt einen Interessenten für den Bau einer großflächigen Photovoltaik-Anlage, der sich in Oberthulba nach Grundstücken umsieht. Eine entsprechende Bauvoranfrage lehnte der Gemeinderat in Ermangelung eines Baubauungsplans für das angefragte Grundstück ab. Man wünscht sich, dass der Investor sein Vorhaben persönlich vorstellt und will Kontakt aufnehmen.

Vergaben Kita Thulba

Es folgten erneut Vergaben für die Erneuerung des Thulbaer Kindergartens:

  • Stellung des Gerüsts
    14 Firmen angeschrieben, vier Angebote sind eingegangen
    Das wirtschaftlichste Angebot kommt von der Fa. Farbenhaus Bruckmüller aus Münnerstadt mit 22.700 € (21,4% über Planung).
    (Die Überlegung von Jürgen Kolb über einen Kauf nachzudenken, wird verworfen. Kaum zu bekommen, kein Personal und Sicherheitsaspekte sprechen dagegen.)
  • Fenster (Außen Alu, innen Eiche)
    24 Firmen angeschrieben, vier Angebote sind eingegangen
    Das wirtschaftlichste Angebot kommt von der Fa. Bürger aus Thulba mit rund 147.000 € (11,3% über Planung).
  • Sonnenschutz (Raffstoren außen für Alt- und Neubestand, im Neubestand zusätzlich Rollos)
    25 Firmen angeschrieben, fünf Angebote sind eingegangen
    Das wirtschaftlichste Angebot kommt von der Fa. Sitzmann aus Schlitz mit rund 31.000 € (8,1% über Planung).

Auf die Nachfrage von Tiemo Stürzenberger, ob man nicht durch frühere Ausschreibungen zu mehr Angeboten und besseren Preisen kommen könnte, gab der Bürgermeister an, dass dies aktuell von den Architekten nicht eher erledigt werden könne.

Die Bauverwaltung hat eine Übersicht über die nun aufgelaufenen Mehrkosten über der Planung erstellt und kommt auf rund 112.000 € (=3,6%).

Anmerkung:

Die Situation im Moment ist Wahnsinn. Wenn man in absehbaren Zeiten einen Handwerker bekommen will, muss man mit deutlich höheren Preisen als noch vor zwei Jahren rechnen. Aber Tiemo Stürzenberger hat Recht: Man muss zusehen, dass man so weit wie möglich in die Zukunft plant und ausschreibt, um zumindest mehr Angebote zu erhalten.

Friedhöfe

Für #Hassenbach liegt eine Skizze für neue Urnengräber vor. Es sind zwei Felder mit je 14 Röhren geplant, die dann zusammen mit etwa 20.000 € zu Buche schlagen würden. Die örtlichen Mitglieder des Rats sollen den Entwurf unter die Ortsbevölkerung von Hassenbach bringen.

Am #Friedhof in Oberthulba wird nach Beschluss des Gemeinderats nun der Weg am Haupteingang saniert. Dazu wird eine neue Mauerscheibe angebracht und zwei Stufen zu den Gräbern hin gesetzt. Vor den Gräbern verbleiben dann nur noch etwas über 30 cm bei den hinteren Partien. Aber man könne gut auf die Stufen ausweichen. Eine Begrünung des Weges soll Kies weichen. Die Sanierung des Weges soll zusätzlich etwa 20.000 € kosten.

Leichtbauhalle für Bauhof

Nach kurzer Diskussion über das Dachmaterial der zu beschaffenden Halle in Leichtbauweise für den #Bauhof entscheiden sich 18 von 19 Mitgliedern für die vom Bauhof selbst gewünschten günstigen Planenvariante für knapp 50.000 €. Das Thema wurde bereits in der 12. Sitzung besprochen.

Zuschuss Tourismus Thulbatal e.V.

Der Tourismusverein will eine neue Imagebroschüre auflegen und bittet um einen Zuschuss. Die Kosten werden mind. 2.500 € betragen. Es sollen insbesondere die neuen Wanderwege (wie der „Oehrbachtaler„) und Radwege aufgenommen werden neben der örtlichen Gastronomie. Der Beschluss über eine Zuwendung von 1.300 € fällt einstimmig.

Start der neuen Jugendarbeit

Die Betreuung durch den Verein Pro Jugend e.V. beginnt am 01.08.2018. Die Mitarbeiterin wird am 06.08.2018 eine Begehung mit Bürgermeister und Jugendbeauftragten erhalten. Die Ortsbeauftragten sind ebenfalls eingeladen. (Beschluss aus 6. Sitzung 2018)

Verwendung des Wappens

In eigener Sache war ich diesmal ebenfalls betroffen, denn ich wollte das Wappen der Marktgemeinde für den Siegerpokal der #Marktmeisterschaft im Schafkopf verwenden. Dazu hatte ich am 18.05.2018 den Antrag gestellt und eine Skizze mit eingereicht. Nachdem ich mit der Verwaltungsleitung Rücksprache hatte, habe ich diese angepasst und die gewünschten Änderungen eingefügt. Nun kam der Antrag in den Gemeinderat.

Bürgermeister Gotthard Schlereth und seinem Stellvertreter vermittelt das Aussehen den Eindruck, man könne den Markt Oberthulba als Ausrichter erkennen. Zudem befürchtete ein Gemeinderatsmitglied damit eine Öffnung, woraufhin „sich jeder Schnapsbrenner das Wappen auf die Flasche drucken lässt, weil er einen Obstbaum in der Marktgemeinde hat“.

Die Versammlung lehnt meinen Antrag einstimmig ab.

Anmerkung:

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!
Es wäre schön gewesen, den Charakter des Turniers durch die Verwendung des Wappens (zudem als Gravur in grau) zu verdeutlichen. Die geltend gemachten Argumente kann ich nachvollziehen (bis auf den „Schnapsbrenner“), wenn ich auch der Meinung bin, dass man es wohlwollend hätte behandeln können. Es kann sich jeder sein Bild machen:

Jetzt geht es halt ohne Wappen mit einem Standard-Emblem. Die Sorge, die hinsichtlich der Nennung des Sponsors vorgetragen wurde, ist unbegründet. Der kommt natürlich auf das Sockelschild, wie üblich.

Was ich lediglich Schade finde: Ich hatte noch Rücksprache mit der Verwaltung, es gab eine Korrektur und auf Nachfrage „Fehlt noch etwas? Oder soll ich noch etwas ändern?“, weil der Antrag nicht in der letzten Sitzung behandelt wurde, gab es keine weiteren Wünsche. Wenn man dann letztlich vorschlägt den Antrag abzulehnen, kann man das vorher schon im direkten Kontakt mitteilen. #Kommunikation

Toll wiederum fand ich die Ansage von Michael Meindl, dass er das Ding auf jeden Fall gewinnen will. Da haben allerdings einige andere wohl auch Ambitionen… 🙂


#Gemeinderat

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3 Gedanken zu „Ergebnisse 14. Sitzung des Marktgemeinderats

  1. Begründungen für die Nutzungsverweigerung des Wappens sind für mich nicht nachvollziehbar. Es ist kein kommerzieller Zweck vorhanden, im Gegenteil, es ist Werbung für die Gemeinde.
    Schade lieber Gemeinderat, zu kurz gesprungen.

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