Bahnlinie durch die Rhön – Teil einer Zukunftschance!

Nachdem eine Bahnlinie durch die Rhön mittelfristig ins Auge gefasst werden soll, hatte ich nach Ihrer und Eurer Meinung gefragt und dazu gab es 43 Antworten. Vielen Dank zunächst fürs Mitmachen!

Großteil befürwortet die Planung

Die Zahlen sprechen für sich:

Knapp 84% halten den Schienenausbau für eine sinnvolle Maßnahme und wünschen sich, dass die Planungen entsprechend vorangetrieben werden. Zudem würden über 75% die Zuganbindung gelegentlich oder sogar dauerhaft selbst nutzen.

Meinung

In den Landkreis Bad Kissingen mit dem Zug zu kommen, ist ein kleines Abenteuer. Es ist immer wieder schön, wenn Kurgäste und andere Touristen in Schweinfurt in eine Diesellock umsteigen und dann noch etwa 15 Mal nachfragen wegen der Zugteilung in Ebenhausen. Am Bahnhof in KG angekommen, sind viele erstmal baff von all der Moderne, die ihnen entgegen schlägt… 😉

Also für den Tourismus, in dem viele ja die Zukunft unserer Region sehen, wäre eine halbwegs brauchbare Anbindung über Bad Kissingen hinweg unabdingbar. Dadurch verbessert sich nicht nur die Erreichbarkeit einzelner Gemeinden, sondern der Schienendurchgang würde schlicht auch der bisherigen Bahnverbindung einen Schub um 100% nach oben geben, weil eben nicht in Bad Kissingen Endstation ist.

Ich persönlich will gerade Gemeinden wie unseren Markt Oberthulba nicht nur als Tourismus-Ziel für geplagte Großstädter abstempeln lassen. Tourismus bringt nur wenige Arbeitsplätze und diese sind in der Masse nicht für Höherqualifizierte geschaffen (ohne das Gaststättengewerbe beleidigen zu wollen – ich bin selbst gelernter Hotelfachmann).
Sicherlich ist das ein Teil unserer Zukunft, aber wir brauchen künftig mehr Argumente für ein Leben auf dem Land: Gute Wohnqualität, qualifizierte Arbeitsplätze für Ingenieure, Mediziner, Akademiker und Facharbeiter. Moderne Strukturen, Betreuungs- und Bildungseinrichtungen und eben eine adäquate Verkehrsanbindung!

Mit dem Auto sind wir gut zu erreichen, das weiß ich aus eigener Erfahrung (ich bin vier Jahre nach Würzburg gependelt und fahre jetzt nach Schweinfurt). Was uns fehlt ist ein Nahverkehr, der auch verkehrt und eben eine bessere Möglichkeit als das Auto zum pendeln in die umliegenden Zentren bzw. aus diesen heraus.

Der ländliche Raum sollte sich nicht zu leicht abspeisen lassen!
Nur die zweite Münchner S-Bahn-Stammstrecke zum Beispiel kostet rund 3,84 Mrd €. Die Stadt München selbst beteiligt sich daran mit nur 0,11 Mrd. €. Bund, Land und Bahn  zahlen also 3,77 Mrd. €. Das entspricht rund 2.500 € je Kopf in München. Bei aktuell 103.071 Einwohnern im Landkreis Bad Kissingen müssten also über 257,6 Mio. € bei uns in die Schiene investiert werden. Dann hätte man den ländlichen Raum nicht mal unterstützt, sondern schlicht nicht benachteiligt! Die bisherigen Investitionen in Schienen- und Nahverkehr in der Region sind weit davon entfernt, wenn überhaupt etwas investiert wird. Wir haben nicht ja einmal eine elektrifizierte Bahnstrecke.

Wenn wir unserer Region und unserer Marktgemeinde eine erfolgreiche Zukunft geben wollen, sollten wir also Projekte wie die Schiene durch die Rhön mit aller Kraft vorantreiben und ruhig auch einmal etwas einfordern. Für Netzausbau über die Straße bis hin zur Schiene. Für Zuschüsse zu Kunst und Kultur. Für öffentliche Einrichtungen, Ämter und Zentren. Für genau das Leben eben, was junge Leute in die Städte zieht und den ländlichen Raum aussterben lässt.

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