Ergebnisse 8. Sitzung des Marktgemeinderats

In der gestrigen Marktgemeinderatssitzung ging es hauptsächlich um das liebe Geld. Nicht nur der Vermögenshaushalt wurde beraten, auch einige Vergaben hatten es in sich.

Investitionen

Den großen Punkt des Abends übernahm Kämmerer Klaus Blum. Der geplante Vermögenshaushalt wurde vorgestellt. Durch eine Steigerung in der Gewerbesteuerfestsetzung konnte die Zuführung zum Vermögenshaushalt auf ca. 1,5 Mio. € gesteigert werden. Dennoch muss zur Deckung aller Ausgaben eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage in Höhe von 1,7 Mio. € getätigt werden.

Das schöne an der Beratung des Vermögenshaushalts ist, dass man nebenbei Zukunftsprojekte erfährt, weil der Finanzplan eben auf fünf Jahre ausgelegt ist.

Interessante Einzelpunkte:

  • Die Planung der Rathaus-Erweiterung wurde mit 20.000 € aufgenommen. Auch der Abriss der Garagen neben dem Rathaus ist schon eingestellt.
  • Im Ortsteil Hetzlos ist eine Erweiterung des Feuerwehrhauses ins Auge gefasst.
  • In die Volksschule sollen 48.000 € für Ausstattung und Einzelraumsanierungen fließen.
  • In Thulba sind 25.000 € für die Sanierung der Alten Mauer veranschlagt.
  • Der Umbau des Jugendraums in Frankenbrunn ist mit 20.000 € eingestellt.
  • Der Spielplatz an der Hurschelwiese soll ein neues Spielgerät erhalten (wie bereits in Erfahrung gebracht).
  • Für den Spielplatz in Reith waren Investitionen geplant. Nach Auskunft des Ortsbeauftragten gibt es aber derzeit aus Reihen der Eltern kein Interesse an einer Initiative, da alle ihre Spielgeräte selbst im Garten haben.
  • Für die Thulbatalhalle gibt es (immer) noch keine konkreten Zahlen. Der Plan samt Kostenberechnung soll laut Bürgermeister Mitte Mai vorliegen.
  • Vor dem Friedhof in Oberthulba soll für 18.000 € gepflastert werden.
  • Der Steg auf der Route „Thulbataler“ ist renovierungsbedürftig. Ein Ansatz erfolgt mit 25.000 €.
  • Die Anlage am Wasserhäuschen des Wanderwegs „Oehrbachtaler“ wird mit insgesamt 45.000 € beziffert.
  • Die Kläranlage Wittershausen braucht einen Rechen für 50.000 €.
  • Die Forstarbeiter wünschen sich eine eigene Rückemaschine.

Große Rückfragen zu den Investitionen gab es nicht, die Haushaltssatzung soll gefertigt werden und wird sodann dem Gemeinderat zum Beschluss vorgelegt.

Anmerkung

Insbesondere der Tiefbau kostet richtig Geld. Das liegt natürlich an aktuellen Projekten wie der Marktplatzneugestaltung. Glücklicherweise spielt dem Rathaus die gute Konjunktur in die Hände.

Allerdings geht die Wahlperiode des Gemeinderats und des Bürgermeisters 2020 zu Ende. Man sollte vor dem Start neuer Großprojekte ein Auge darauf haben, was man in eigener Regie noch zu Ende bringen kann und was man dem Folgegremium auferlegt. Das heißt nicht, dass man nichts in Angriff nehmen soll, sondern dass man nun eben mit Augenmaß für die Zukunft arbeiten muss.
Wenn hier noch eine Sanierung angefangen wird und da noch ein Brunnen hergerichtet wird und daneben bereits Pläne für Neubauten ausgearbeitet werden, schränkt man neue Verantwortliche eben ganz schön ein.

Baustelle Marktplatz

Die Vergabe der Straßenbeleuchtung wurde zurück gestellt, weil derzeit eine Prüfung des Konzepts durch Frau Frank vom Sternenpark im Biosphärenreservat Rhön erfolgt. Dabei geht es um die sog. Lichtverschmutzung.

Der Beschluss über die nun zusätzlich zu zahlende Leistung für Sicherheits- und Gesundheitsschutz von über 8.000 € tat den Räten sichtlich weh. So etwas wurde früher von den Firmen ohne gesonderte Berechnung erledigt.

Vergaben Kita Thulba

Die Baufirmen ziehen ihre Preise ganz schön an. Verwaltungsmitarbeiter Bernd Wald benennt die Kostensteigerung von der Planung 2016 zu heute mit ca. 90.000 € (2,9%). Das spiegelt sich in den zu beschließenden Vergaben wider:

  • Zimmererarbeiten (kurz: komplettes Ständerwerk)
    17 Firmen angeschrieben, zwei Angebote sind eingegangen
    Das wirtschaftlichste Angebot kommt von der Fa. Rehwald aus Karsbach mit rund 317.000 € (23.000 € über Planung).
  • Dachdeckerarbeiten (komplettes Dach mit ca. 850 m²)
    17 Firmen angeschrieben, zwei Angebote sind eingegangen
    Auch hier liefert die Fa. Rehwald mit 125.000 € (23.000 € über Planung) das beste Angebot.
  • Klempnerarbeiten (alle Bleche, Regenrohre, etc.)
    14 Firmen angeschrieben, drei Angebote erhalten
    Die Fa. Georg Brust aus Obererthal bleibt mit 77.000 € sogar 6.000 € unter der Planung.

Die Vergaben erfolgen einstimmig.

Anmerkung

Bürgermeister Gotthard Schlereth hat völlig Recht: Die gute Konjunktur auf den Bau macht sich bemerkbar und es ist nicht mit fallenden Preisen zu rechnen. Man braucht nicht zu zuwarten, es wird dann wahrscheinlich noch teurer.

Schlimpfhofer Straße

Etwa hundert Meter der Schlimpfhofer Straße ab der Einmündung zum Erlebnisbauernhof Wagenbrenner bis zum Autohaus Halbig sind in sehr schlechtem Zustand. Die Verwaltung hat die Chance der Bauarbeiten durch die Fa. Hell wegen der Kanalarbeiten unterhalb ergriffen, und sich ein Erweiterungs-Angebot machen lassen.

Für die Sanierung des Stücks würden so ca. 21.000 € fällig, was einer Ersparnis von 3.500 € entspricht. Der Gemeinderat beschließt die Vergabe und bittet, den Kanal darunter zuvor entsprechend zu untersuchen.

Anmerkung

Weitsichtig gehandelt, ausgezeichnete Arbeit der Verwaltung. Das Problem und die Lösung lagen auf der Hand und man konnte schnell reagieren. Eine Einsparung von knapp 17% kann sich sehen lassen.

Mountainbike-Strecke durch den Markt

Von den Planung verschiedener Mountainbike-Strecken durch Rhön und Vorland sind auch Thulba, Schlimpfhof und Hassenbach betroffen. Die Karten wurden jeweils den Jagdgenossen und auch zum Teil bei den Bürgerversammlungen vorgestellt und lösten keine Begeisterung aus.

In Thulba geht die Strecke durch das Herzstück des Jagdreviers. Würde man die Strecke aus dem Wald, an die Gemarkungsgrenze zu Feuerthal verlegen, können die örtlichen Jäger damit leben, sagte Ortsbeauftragter Jürgen Kolb.

In Schlimpfhof ist man vollständig gegen die Strecke durch die Gemarkung. Die Jagdgenossen wollten laut Mario Götz dort auch keine Alternative aussuchen. Am Tisch der beiden örtlichen Gemeinderäte wurde aber wohl über eine Alternative ohne einen Umweg über die Landkreismitte im Wald nachgedacht.

Der Bürgermeister und auch sein zweiter Stellvertreter Mario Götz halten die totale Verweigerung für schwierig und empfehlen auch eine Alternativroute anzubieten. Die Bedenken und die Alternativen sollen in die Stellungnahme aufgenommen werden. Der Rat folgt diesem Vorschlag einstimmig.

Anmerkung

Der Wald gehört grundsätzlich allen, auch den Mountainbikern, Reitern und Spaziergängern. Dennoch darf man sich der Wald- und Wildpflege durch Förster und Jäger nicht blind stellen. Sie leisten einen wichtigen Dienst, dass unser Wald so aussieht und beständig bleibt. Daher ist insbesondere bei solchen Streckenplanungen, die sicherlich für Beeinträchtigung sorgen, mit diesen Gruppen und der Ortsbevölkerung zusammen zu arbeiten. Das wurde hier getan.

Grundsätzlich halte ich auch eine geführte Route für besser als wild radelnde Biker. Nun sind die (betroffenen) Schlimpfhofer aber wohl eher überhaupt gegen eine MTB-Route. Das sollte man zur Kenntnis nehmen und zunächst die Verweigerung ohne eine Alternative weitergeben. Vielleicht finden die Verantwortlichen eine andere Route ohne die Gemarkung Schlimpfhof.
Eine Alternative kann man in späteren Verhandlungen immer noch nachliefern, wenn es keine andere Lösung gibt. Schlägt man gleich eine Alternative vor, kommt schnell der Eindruck auf, dass man sich eben doch mit der Route angefreundet hat.

Sonstiges

Es gab noch ein paar interessante Punkte mit dem Hinweis auf die Einweihung der Michaelskapelle, die leider ein bisschen mit dem Allianztag in Bad Bocklet kollidiert und der Vorstellung der Kampfmittelbelastungskarte. Hier wurde deutlich, dass der Markt Oberthulba nur mit wenig Kriegshandlungen belastet war.

Zum erhaltenen Zuwendungsbescheid zum kommunalen Sturzflutenrisikomanagement verweise ich auf die Pressemitteilung der Allinaz Kissinger Bogen. Die Planungen müssen nun schnell erfolgen, darum bat die Verwaltung, die Ortsbeauftragten um ihre Mithilfe bei der Erfassung der markanten Punkte im Gemeindegebiet.

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